Das Online-Magazin und Watchblog Pressefreiheit-in-Deutschland.de veröffentlichte folgenden Artikel zum Thema Mangelernährung:
Großzügige Spende von NPS Pharma
Wir freuen uns sehr über eine großzügige Spende von NPS Pharma!
NPS Pharmaceuticals ist ein biopharmazeutisches Unternehmen mit Sitz in Bedminster, New Jersey, USA, das innovative Therapien für Patienten mit seltenen Krankheiten entwickelt. Die deutsche Tochtergesellschaft befindet sich in Frankfurt/Main. Das zurzeit führende Arzneimittel von NPS ist zugelassen für die Behandlung erwachsener Patienten mit Kurzdarmsyndrom, die von parenteraler Ernährung abhängig sind.
Die Spende wird für den Betrieb unserer Ernährungsambulanz im Heilbronner SLK-Klinikum eingesetzt; so können wir die Anschaffung der notwendigen technischen Ausstattung (z.b. das Multifrequenz-Gerät zur Erfassung des Ernährungsstatus mit angeschlossenen Laptops und Software) in vollem Umfang mit dieser Summe abdecken. Im Namen aller Patientinnen und Patienten bedanken wir uns herzlich für die tolle Unterstützung!
Mangelernährung bei Darmkrebspatienten
Beate Kellermeyer wird Stiftungs-Botschafterin
Beate Kellermeyer ist ein ganz besonderer Mensch, und das in vielerlei Hinsicht. Fröhlich ist sie, freundlich, mit offenem, wachem Blick und trockenem Humor. Eine Macherin und Powerfrau im besten Wortsinn, die Ideen einfach in die Tat umsetzt, während andere noch diskutieren, wie’s denn gehen könnte. Das ist umso beeindruckender, wenn man Beate Kellermeyers Geschichte kennt und weiß, mit welchen Beeinträchtigungen sie Tag für Tag zu kämpfen hat.
Die 54-jährige Verwaltungsangestellte aus Lengerich leidet an spastischer Diplegie, einer geburtsbedingten Beeinträchtigung des Bewegungsapparates, und ist deshalb auf einen Rollator als Gehhilfe angewiesen. Mit 14 erkrankt sie zudem am Malabsorptionssyndrom, ihr Körper kann die beim Essen aufgenommenen Nährstoffe nur noch unzureichend verwerten. In der Folge quält sie mehr als 30 Jahre lang spastisches Erbrechen, bis zu zwanzig Mal täglich übergibt sie sich. Auch wenn sie das Haus nur kurz verlässt, muss sie eine Schüssel mitnehmen. Die Krankheit ist der alles bestimmende Faktor in Beate Kellermeyers Leben. Die Ärzte sind ratlos, versuchen immer neue Therapien – ohne Erfolg. Insgesamt 25 Operationen muss sie über sich ergehen lassen, u.a. werden die Galle und große Teile des Darms entfernt. „Bis auf meinen Verstand bin ich quasi leer“, so der trockene Kommentar.
Doch Aufgeben ist Beate Kellermeyers Sache nicht. Sie arbeitet in der Stadtverwaltung, bis es nicht mehr geht. 20 Jahre lang bekommt sie in der Praxis ihres Hausarztes morgens vor Dienstantritt sowie nach Feierabend eine 90-minütige Infusion mit Nährlösung, eine tägliche Tortur. Mit der Zeit reagiert ihr Organismus immer empfindlicher, irgendwann verträgt sie fast nichts mehr. Ein Medikament gegen Durchfall und Erbrechen löst schließlich eine Komplettlähmung aus, die sie 6 Monate an ein Klinikbett fesselt. Bei der letzten Entlassung wiegt sie nur noch 32 Kilo und ist mehr tot als lebendig.
Und dann geschieht etwas, womit niemand mehr gerechnet hätte. In einer Selbsthilfegruppe lernt Beate Kellermeyer eine Frau kennen, die im Uniklinikum Münster arbeitet. Sie stellt den Kontakt zu Prof. Masin her, der dort in der Abteilung für Diabetologie arbeitet. Im Februar 2007 beginnt Prof. Masin mit der Therapie, Frau Kellermeyer wird die erste Patientin im Bereich Ernährungsmedizin. „Diese Begegnung hat mein Leben verändert. Zwei Wochen dauerte es, dann musste ich nicht mehr erbrechen. Nach 20 Jahren hörte es einfach auf, ich konnte es nicht fassen. Ich nahm zu, langsam, aber stetig kam ich wieder zu Kräften“, erzählt sie. Das war vor acht Jahren. Seitdem wird sie über einen Port ernährt und hat keine feste Nahrung mehr zu sich genommen.
Wenn man Beate Kellermeyer heute fragt, was sie antreibt, so ist die Antwort: Dankbarkeit. Für das zweite Leben, das ihr geschenkt wurde, die neue Lebensqualität, die sie genießt. „Ohne Professor Masin und seine Ernährungstherapie wäre ich heute tot“, so lautet ihr Fazit. Grund genug für sie, sich seit Gründung der Deutschen Stiftung gegen Mangelernährung mit aller Kraft für die gute Sache einzusetzen. Spenden sammeln, Flyer verteilen, Spendendosen aufstellen und so viele Menschen wie möglich für die Arbeit der Stiftung begeistern: Beate Kellermeyers Tage sind erfüllt von Aktivität. „Manchmal geht es einfach nicht, dann habe ich keine Kraft und muss mich ausruhen. Aber wenn es wieder besser ist, dann schnappe ich mir meinen Rolli und marschiere los, so gut, wie ich’s eben kann“, strahlt sie und berichtet von den neuen Kontakten, die sie geknüpft hat.
Wir sind immer wieder tief beeindruckt von ihrer Tatkraft und der mitreißenden Art, mit der Frau Kellermeyer sich für unsere Arbeit einsetzt. Schnell war klar: wir können uns einfach keine bessere Botschafterin für unsere Stiftung wünschen. Und so haben wir sie gefragt, ob sie sich vorstellen könnte, künftig auch offiziell in dieser Funktion für uns tätig zu sein. Sie konnte und wollte, und so freuen wir uns sehr, Ihnen Beate Kellermeyer als unsere neue Stiftungs-Botschafterin vorstellen zu dürfen. Auf eine weiterhin tolle und inspirierende Zusammenarbeit, liebe Frau Kellermeyer!
Lokalzeit bitte kommen – Krankenkasse will nicht zahlen
Mit welchen Problemen sich eine Patientin herum schlagen muss, deren Alltag wegen ihrer schweren Darmerkrankung schon belastend genug ist, zeigt ein aktueller Filmbeitrag des WDR:
Geht es um die Kostenübernahme für teure Medikamente oder medizinische Hilfsmittel, müssen sich gesetzlich Versicherte häufig auf schlechte Nachrichten von ihrer Krankenkasse gefasst machen: bezahlt wird nicht, was aus medizinischer Sicht die optimale Lösung darstellt, sondern eine (vermeintlich) gleichwertige und zugleich günstigere Alternative. Dabei ist dieses Vorgehen nicht immer im Sinne der Versichertengemeinschaft, führt es doch hin und wieder zum Gegenteil dessen, was eigentlich erreicht werden soll. Mehrausgaben statt Wirtschaftlichkeit und Kosteneffizienz sind die Folge.
Natürlich ist das im Film erwähnte Antiseptikum teurer als eine simple Kochsalzlösung zum Spülen und Reinigen des Ports; im Gegenzug minimiert sich aber auch das Infektionsrisiko für die Patientin. Ist ein Port verkeimt, wird es gefährlich: die operative Entfernung und Legung eines neuen Zugangs muss umgehend erfolgen, sonst drohen Sepsis und schlimmstenfalls der Tod. Abgesehen von den körperlichen und psychischen Belastungen, die eine solche Situation für die Betroffenen bedeutet, dürften die Kosten für eine Operation und den anschließenden stationären Aufenthalt die einer antiseptischen Reinigungslösung wohl deutlich übersteigen….
Der Beitrag unterstreicht zudem, wie wichtig die Aufklärung und Überzeugungsarbeit an den entscheidenden Stellen immer noch ist, wird doch die Bedeutung einer optimalen Patientenversorgung im Bereich der klinischen Mangelernährung nach wie vor nicht ausreichend (an-) erkannt. Er zeigt aber auch, dass es sich lohnt, zu kämpfen und nicht aufzugeben: Im Fall von Frau Jürke hat der engagierte Einsatz des Lokalzeit bitte kommen-Teams erfreulicherweise zu einem guten Ende geführt.
Donnerstag 18.12.2014 – L-TV Landesfernsehen
Fernsehbericht zur Eröffnung der Ernährungsambulanz in der Heilbronner SLK-Klinik