Ganzheitliche Versorgung von Tumorpatienten dank Heilbronner Pilotprojekt
Das Klinikum am Gesundbrunnen in Heilbronn ist Vorreiter in dem einzigartigen Pilotprojekt der Deutschen Stiftung gegen Mangelernährung: als erste Klinik deutschlandweit richtet das SLK-Klinikum eine ernährungsmedizinische Versorgung für Tumorpatienten in Anlehnung an das „Optimierte Münsteraner Modell“ ein. Lesen Sie dazu auch den folgenden Pressebericht:
Pilotprojekt Ernährungsambulanz
Ernährungsambulanz im Klinikum Heilbronn gegründet
Dies ist ein echter Anlass zur Freude und ein toller Erfolg für die Deutsche Stiftung gegen Mangelernährung: Nach monatelangen Gesprächen und Verhandlungen hat die Geschäftsführung des SLK-Klinikums Heilbronn am 26. November 2014 grünes Licht für die Einrichtung einer Ernährungsambulanz in ihrem Hause gegeben! Damit wird Heilbronn nach Münster (UKM) der zweite Standort in Deutschland, an dem Patienten mit Mangelernährung eine umfassende ernährungsmedizinische Therapie erhalten.
Federführend bei diesem Projekt waren die Stiftungsvorstände Prof. Dr. Markus Masin (Uniklinik Münster) und Prof. Dr. Till Zech sowie Prof. Dr. Uwe Martens, Direktor der Medizinischen Klinik III mit Schwerpunkt Hämatologie/Onkologie, Heilbronn, die sich nun auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit freuen. Ökotrophologin Marie-Luise Többens wird die Abteilung leiten. Sie und eine weitere Mitarbeiterin wurden im UKM gezielt auf ihre verantwortungsvolle Aufgabe vorbereitet, so dass sie die Patienten in Heilbronn optimal betreuen können.
Die Etablierung dieser ersten Ernährungsambulanz außerhalb Münsters ist ein echter Meilenstein für die Stiftung, die es sich zum Ziel gesetzt hat, mangelernährten Patienten und Patientinnen zu einer adäquaten ernährungsmedizinischen Versorgung zu verhelfen. Ein deutschlandweites Netz an Ernährungsambulanzen in Krankenhäusern und Kliniken soll dabei die Versorgung der Betroffenen sicherstellen. In diesem Sinne ist Heilbronn auch ein Erfolg mit Signalwirkung für zukünftige Projekte.
Die Kosten für den Aufbau und Betrieb der Einrichtung am Heilbronner SLK-Klinikum trägt die Deutsche Stiftung gegen Mangelernährung. Möglich ist dies nur durch das Engagement all derer, die unsere Arbeit mit finanziellen Mitteln fördern. Herzlichen Dank für Ihre Hilfe und Ihre Unterstützung!
Unser Projekt war auch dem Heilbronner Regionalsender L-TV einen Beitrag wert: www.l-tv.de/mediathek/video/1185.html
Ein Leben (fast) ohne Darm
Die Zeitung Westfälische Nachrichten berichtet in diesem sehr lesenswerten Artikel über das Leben eines Kurzdarm-Patienten, über Ernährung, Behandlung und Alltag.
Lesen Sie hier den Artikel als PDF: WN-25-11-2013
Kolpingspenden für die Deutsche Stiftung krankheitsbedingte Mangelernährung
Moderne Ernährungstherapie bei onkologischen Patienten – ein Positionspapier
Positionspapier von Mitgliedern der DGHO und DGEM
Aktuel. Ernahrungsmed. 2014; 39(02): 127-131, DOI: 10.1055/s-0034-1369885
Modern Nutrition Therapy in Cancer Patients – A Position Paper
Zusammenfassung
Tumorerkrankungen sind meist von einer Mangelernährung begleitet. So weist mehr als die Hälfte der Tumorpatienten schon vor Diagnosestellung einen Gewichtsverlust auf. Dabei ist eine Mangelernährung ein unabhängiger Risikofaktor für einen ungünstigen Krankheitsverlauf. Sie führt zu einem Verlust der Lebensqualität, reduziert die Therapietoleranz und verschlechtert die Prognose. Mehr als 25?% der Krebspatienten versterben an den Folgen ihrer körperlichen Auszehrung.
Viele onkologisch tätige Ärzte sehen eine Ernährungstherapie bei solchen Patienten eher als Aufgabe von Homecare-Organisationen und weniger als ärztliche Aufgabe an. Es ist daher notwendig, das Bewusstsein der Onkologen für die Risiken einer unbehandelten Mangelernährung bei Tumorpatienten zu verbessern und sie davon zu überzeugen, dass eine Ernährungstherapie ein klinisch relevanter Teil der Tumortherapie ist. Im Rahmen eines moderierten Workshops trafen sich deshalb neun Experten aus den Gebieten Ernährungsmedizin und Onkologie zu einer Bestandsaufnahme der Situation der Ernährungstherapie in der Onkologie. Ziel des Treffens war es, Eckpfeiler für eine bessere Integration der Ernährungstherapie in der Onkologie zu erarbeiten und Maßnahmen festzulegen, mit deren Hilfe das Thema weiter vorangetrieben werden kann.
Abstract
Cancer patients frequently suffer from malnutrition. More than half of the tumor patients experience a weight loss prior to their tumor diagnosis. Malnutrition is an independent risk factor for an unfavorable course of disease. Patients show an impaired quality of life, are less therapy tolerant and have a poorer overall prognosis. More than 25?% of cancer patients die because of their cachexia.
Many oncologists consider nutrition therapy to be the business of homecare organizations rather than the responsibility of the treating physician. Therefore it is necessary to raise the awareness for the risks of an untreated malnutrition and to convince oncologists that nutrition therapy is a clinically relevant part of tumor therapy. To review the situation and analyze the actual state of nutrition therapy in oncology, nine experts from oncology and nutritional medicine met in the context of a moderated workshop. Objective of the meeting was to work out corner stones for a better integration of nutrition therapy into oncology and to define measures to promote the issue.
Schlüsselwörter
Tumorkachexie – Mangelernährung – Ernährungstherapie – Patientenversorgung
Keywords
tumor cachexia – malnutrition – nutrition therapy – patient care